Der Strom wird immer teurer und für das Klima ist es auch nicht gut, wenn viel verbraucht wird. Wie kann man also den Verbrauch beim Bügeln reduzieren?

Die Strompreise in Deutschland haben sich in den letzten 20 Jahren ungefähr verdoppelt. Während im Jahr 2000 eine Kilowattstunde noch für knapp 14 Cent verfügbar war, kostet die gleiche Energie mittlerweile etwas mehr als 30 Cent. Das kann einerseits mit gestiegenen Kosten für Erzeugung und Transport begründet werden, liegt in erster Linie aber natürlich an höheren Steuern und vor allem an der EEG Umlage. Während diese vor 20 Jahren noch bei überschaubaren 0,2 Cent lag, werden heute pro Kilowattstunde schon über 6 Cents aufgeschlagen. (Quelle: Wikipedia)

Laut Experten wird sich diese Preisentwicklung auch in den kommenden Jahren wohl so fortsetzen und in erster Linie die Privathaushalte zusätzlich belasten. Denn wo die Industrie von Seiten der Politik immer wieder vor zu hohen Herausforderungen geschützt wird, schlagen die Preiserhöhungen bei den Privaten voll durch. Aber wie wirken sich diese höheren Preise dann in der Praxis auf die alltäglichen Tätigkeiten im Haushalt aus? Wieviel Strom verbraucht ein Bügeleisen ungefähr und welche Kosten entstehen dabei? Und vor allem, was kann man tun, um den Verbrauch beim Bügeln möglichst gering zu halten? Wir stellen hier ein paar beispielhafte Rechnungen auf, um die Sache zu verdeutlichen und zeigen außerdem, wie man den Stromverbrauch minimieren kann.

Verbrauchsrechnung

Eine Kilowattstunde wird verbraucht, wenn ein elektrisches Gerät mit einer Leistung von 1.000 Watt (oder einem Kilowatt) eine Stunde lang betrieben wird. Somit kann man den Stromverbrauch eines Bügeleisens leicht ausrechnen, solange man zwei Angaben hat. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme in Watt und die Betriebsdauer pro Tag bzw. Woche oder Monat. Die meisten aktuellen Bügeleisen und Bügelstationen werden mit maximalen Leistungswerten von 2.000 bis 3.000 Watt beworben. Denn was die Staubsauger hinter sich gelassen haben, scheint hier noch zu gelten: Mehr Leistung ist immer besser als weniger Leistung. Nun verbrauchen die Geräte zum Glück nicht permanent diese Maximalwerte, sondern schalten sich im Betrieb nach dem Erreichen der gewünschten Temperatur auch immer wieder selbst ab. Den tatsächlichen Verbrauch kann man an der Stelle also wirklich nur schätzen, da er nicht nur vom Gerät, sondern auch von der jeweiligen Nutzung abhängt. Für unsere Rechnung nehmen wir daher zwei Verbrauchswerte an: 1.000 Watt für einen sparsamen Bügler mit kleinem Bügeleisen und auf der anderen Seite 1.500 Watt für das andere Extrem. In der Realität dürften sich die allermeisten Haushalte irgendwo dazwischen bewegen. Die Werte sollten also einen guten Korridor abbilden.

Auch für die Nutzungsdauer kann man nur einen bzw. einige exemplarische Werte annehmen. In unserer Rechnung gehen wir von 3 Haushalten aus: 1 Stunde pro Woche im Singlehaushalt, 3 Stunden für die kleine Familie und 6 Stunden für die Großfamilie. Aus den Werten kann man die folgenden Stromkosten berechnen.

NutzungsszenarioKosten pro Jahr
1.000 Watt – 1h/Woche15,60€
1.000 Watt – 3h/Woche46,80€
1.000 Watt – 6h/Woche93,60€
1.500 Watt – 1h/Woche23,40€
1.500 Watt – 3h/Woche70,20€
1.500 Watt – 6h/Woche140,40€

Angesichts der aktuellen Strompreise kommen da, je nach Haushalt, also bereits stattliche Beträge am Ende des Jahres zusammen. Was kann man aber tun, um die Kosten hierfür zu minimieren? Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  1. Die richtigen Klamotten kaufen
    Nun kann man kaum ausschließlich nur faltenfreie Kleidung kaufen, aber wenn man beim Kauf schon das Bügeln im Hinterkopf hat, kann man zumindest auf leicht bügelbare Materialien achten. Das spart später Zeit und somit auch Strom und Geld.
  2. Die Wäsche richtig vorbereiten
    Schon bevor man das Bügeleisen überhaupt in die Steckdose stöpselt, kann man die nötige Bügelzeit reduzieren. So sollte man die Wäsche etwa nie längere Zeit im Trockner liegen lassen, da sich hier sonst besonders viele und hartnäckige Falten bilden können. Stattdessen alle Teile direkt entnehmen und sauber aufhängen bzw. falten.
  3. Duschen statt Bügeln
    Befinden sich nur einige leichte Falten im Hemd oder der Bluse, die eigentlich vor dem Dienstantritt noch gebügelt werden müssten, kann man es auch erst mal mit einer Dusche versuchen. Das Teil einfach sauber auf einen Bügel ins Badezimmer hängen, während man heiß duscht. Der Wasserdampf sorgt dafür, dass kleinere Falten automatisch geglättet werden. Das anschließende Bügeln fällt entweder kürzer aus oder ist gar nicht mehr nötig.
  4. Keine einzelnen Teile bügeln
    Wie im eben genannten Beispiel sollte man sowieso nicht bügeln, da beim Aufheizen des Bügeleisens besonders viel Energie verbraten wird. Bügelt man dann nur ein einziges Teil, wird ein Großteil der Energie verschwendet. Besser ist es, wenn man die Bügelware einige Tage sammelt und dann vor dem Bügeln in Temperaturstapel sortiert. Dann kann man alles in einem Rutsch und von weniger heiß hin zu heiß bügeln.