Mit Patches kann man drögen Klamotten das gewisse Etwas verleihen oder auch einfach Löcher überdecken. Wir erklären was beim Anbringen zu beachten ist.

Patches und Aufnäher hatten ihre ganz große Zeit in den 80er und 90er Jahren. Der favorisierte Fußballverein landete damals genauso selbstverständlich wie die Lieblingsband, Comicfiguren oder auch einfach ein Smiley auf der Jeansjacke, einer Mütze oder dem Rucksack. Aber nicht nur bei jungen Leuten, auch bei den Müttern waren die Patches angesagt, konnten damit doch die durchgescheuerten Knie der Kinderhosen auf denkbar einfache Art und Weise „geflickt“ werden. Retro ist schon immer ein Ding gewesen und es wird wohl auch immer die folgende Regel gelten: „Es kommt alles irgendwann wieder!“. So stehen seit einiger Zeit die Patches jetzt eben auch wieder hoch im Kurs und dem Trend kann man auch ganz einfach folgen. Wir erklären Schritt für Schritt, wie man die Patches am besten anbringt und was man dafür alles braucht.

  1. Es gibt verschiedene Arten von Patches
    Zunächst gilt es einen genaueren Blick auf die vorhandenen Patches zu werfen, denn es gibt verschiedene Arten. Diese unterscheiden sich hauptsächlich darin, wie man sie anbringen kann. Befindet sich auf der Rückseite ein Aufkleber oder eine Art Gummierung, ist der Patch selbstklebend und kann ohne weitere Hilfsmittel einfach aufgebügelt werden. Handelt es sich dagegen um eine reine Stoffoberfläche auf der Rückseite, benötigt man etwas Saumband. Das kostet lediglich ein paar Euro und wird als Klebefläche vor dem Aufbügeln einfach zwischen die beiden Stoffschichten geklebt. Beim Bügeln schmilzt das Band nach wenigen Sekunden dann und verbindet den Patch so dauerhaft mit dem Kleidungsstück. Alternativ können solche Patches natürlich auch aufgenäht werden, das erhöht den Aufwand und die Schwierigkeit aber deutlich.
  2. Die richtige Platzierung
    Noch bevor man das Bügeleisen überhaupt aus dem Schrank holt, sollte man sich Gedanken machen und entscheiden, wo genau der oder die Patches angebracht werden sollen. Handelt es sich um einen einzelnen Patch, sollte er am besten an einer gut sichtbaren Stelle sitzen und nicht etwa am Unterarm, wo er eventuell verloren wirken könnte. Werden mehrere Patches auf einem Stück angebracht, muss man den verfügbaren Platz einteilen und sicherstellen, dass nicht einige Stellen überladen wirken, während andere verwaisen.
  3. Bügeleisen dem Kleidungsstück entsprechend einstellen
    Nicht alle Stoffe eignen sich zum Anbringen von Patches! Delikate Stoffe wie Seide oder auch viele Kunstfasern vertragen kaum oder gar keine Hitze vom Bügeleisen. Dementsprechend kann hier auch kein Patch aufgebügelt werden, ohne dass dabei das Kleidungsstück Schaden nehmen würde. Am besten, da sie am robustesten sind, eignen sich Jeans- und Baumwollstoffe. In jedem Fall sollte man vorher einen Blick auf die normalerweise eingenähten Pflegehinweise werfen. Die maximale Hitze, die ein Stoff beim Bügeln vertragen kann, sollte dann beim Aufbügeln der Patches auch verwendet werden. Generell gilt bei der Auswahl aber immer, dass der Stoff mindestens genauso dick wie der gewünschte Patch sein sollte, besser noch dicker.
  4. Die gewünschte Stelle vorbügeln
    Falten will man beim Bügeln naturgemäß vermeiden, besser noch beseitigen und das gilt beim Anbringen von Patches umso mehr. Der Patch wird später nur wirklich sicher halten, wenn die Stelle an der er aufgebracht wird, möglichst faltenfrei und glatt ist. Daher sollte zunächst das Kleidungsstück selbst auf dem Bügelbrett (oder einer vergleichbaren, hitzeresistenten Fläche) ausgebreitet werden, so dass die vorher ausgesuchte Stelle möglichst flach und zentral liegt. Sobald das Bügeleisen die entsprechende Temperatur erreicht hat, bügelt man die Stelle solange, bis sämtliche Falten geglättet sind. Das gilt auch für schwer bügelbare Gegenstände, wie einen Rucksack oder eine Mütze!
  5. Zeit für den Patch
    Das Bügeleisen hat die richtige Temperatur (Dampf braucht man bei dem ganzen Vorgang nicht!) und das Kleidungsstück liegt faltenfrei und mit der richtigen Stelle auf dem Bügelbrett – es kann also losgehen. Zunächst wird der selbstklebende Patch einfach auf die entsprechende Stelle gelegt, beziehungsweise bei Patches ohne Klebefläche zunächst etwas Saumband darunter geklebt. Dann legt man zum Schutz am besten ein dünnes Hand- oder Geschirrtuch auf den Patch und drückt anschließend das Bügeleisen für 10 bis 15 Sekunden möglichst fest auf den abgedeckten Patch. Sobald die Stoffe etwas abgekühlt sind, kann man prüfen, ob der Patch fest sitzt und insbesondere ob die Kanten komplett mit dem darunterliegenden Stoff verklebt sind. Ist das noch nicht der Fall, wiederholt man den kurzen Bügelvorgang einfach.
  6. Die richtige Pflege
    Ein korrekt angebrachter Patch hält die üblichen Herausforderungen im Alltag problemlos stand, ohne sich wieder zu lösen. Lediglich den Gang in die Waschmaschine sollte man solchen aufgebohrten Stücken ersparen. Hier ist leider eine schonende Handwäsche mit kaltem Wasser die einzige Möglichkeit das Lösen des Klebers zu verhindern. Möchte man das nicht oder einfach auf Nummer sicher gehen, kann ein aufgebügelter Patch auch einfach zusätzlich am Rand noch angenäht werden. Das kann mit einer Nähmaschine erledigt werden oder auch einfach mit einigen wenigen Stichen per Hand.