Viele Erfindungen aus der Frühzeit des elektrischen Zeitalters basieren auf ein und demselben Effekt. Der Effekt tritt auf, wenn ein elektrischer Strom durch einen Leiter fließt, denn dann erhitzt sich dieser Leiter. Beim Glätten von Falten in Stoffen, setzen Bügeleisen auf eine Kombination aus Hitze und Druck. Während der Druck durch das hohe Eigengewicht und den Anwender erzeugt wird, generiert der elektrische Strom im Inneren des Bügeleisens die nötige Hitze. Neben diesen klassischen elektrischen Bügeleisen gibt es heute auch die mittlerweile geläufigeren Dampfbügeleisen. Die setzen neben der Hitze und dem Druck auf ein drittes Standbein zur Faltenentfernung, den Dampfausstoß. So können besonders robuste Falten angefeuchtet und mithilfe des Dampfs leichter entfernt werden. Wir wollen hier einen genaueren Blick auf die Funktionsweise solche Geräte werfen und die Entwicklung vom Kohlebügeleisen bis zum modernen Gerät verfolgen.

Die historische Entwicklung

Wie in fast allen wissenschaftlichen und kulturellen Bereichen hatten die Chinesen auch beim Bügeln die Nase vorne. Bereits vor rund 2000 Jahren hat man dort mit Pfannen, die mit heißen Kohlen befüllt wurden, Stoffe geglättet. Die ersten Bügeleisen, die von der Form her bereits den heute üblichen Geräten ähnlich waren, kamen dann etwa im 15. bis 16. Jahrhundert zum Einsatz. Die Metallplatte wurde hier entweder extern auf einer Ofenplatte erhitzt oder intern mit Kohle und später auch Gas auf Temperatur gebracht. Im 20. Jahrhundert hat sich dann schließlich das deutlich sicherere und leichter zu handhabende elektrische Bügeleisen durchgesetzt.

Im elektrischen Bügeleisen wird die nötige Temperatur durch Strom erzeugt, der durch einen Hitzedraht fließt. Die Hitze wird dann an die Bügelsohle übertragen bzw. in Dampfbügeleisen auch dazu genutzt, das Wasser aus dem Tank auf die nötige Temperatur zu erhitzen. Damit nicht ständig Strom fließt und das Bügeleisen irgendwann überhitzt, schaltet ein Thermostat die Heizung bei Bedarf automatisch ab.

Ein Bimetall sorgt für die richtige Temperatur

Das entscheidende Bauteil eines Thermostats ist ein Streifen Bimetall, der dafür sorgt, dass sich das Bügeleisen bei Erreichen einer bestimmten Temperatur automatisch abschaltet. So ein Bimetall besteht aus zwei miteinander verbundenen Streifen verschiedener Metalle. Aufgrund der unterschiedlichen Dehnungseigenschaften der beiden Metalle, kann sich so ein Bimetallstreifen bei bestimmten Temperaturen verbiegen. In einem Bügeleisen kann es dann so aussehen, dass der Bimetallstreifen nach dem Einschalten des Geräts bei Zimmertemperatur einen geschlossenen Stromkreis ermöglicht und der Heizvorgang beginnt. Sobald eine vorher eingestellte Temperatur erreicht wird, verbiegt sich der Streifen und der Stromfluss wird so schließlich unterbrochen. Der Heizvorgang wird also ausgesetzt und das Bügeleisen kühlt sehr langsam wieder ab. Das betrifft natürlich auch den Bimetallstreifen im Thermostat und er nimmt mit sinkender Temperatur langsam wieder seine ursprüngliche Form an. Sobald das geschehen ist, kann auch wieder Strom fließen und die Temperatur erneut angehoben werden.

Aktuelle Entwicklungen

Moderne Dampfbügeleisen sind aufgrund der Funktionsvielfalt natürlich noch etwas komplizierter aufgebaut, im Großen und Ganzen hat sich die grundlegende Funktionsweise in den letzten 50 Jahren aber kaum verändert. Noch immer erzeugt der elektrische Strom die Hitze und das Gewicht beziehungsweise die Muskeln im Arm sorgen für den nötigen Druck. Eine Abschaltautomatik, automatische Dampfregulierung oder Dampfausstoß aus Knopfdruck wären damals allerdings eine Sensation gewesen. Heute sind diese Komfortfunktionen bei den Geräten aus unserem Bügeleisen Test keine Seltenheit mehr.